Die eigentliche Führung beginnt vor dem eindrucksvollen Gebäude des ehemaligen Rothschild-Sanatoriums, das von 1905 bis 1942 für jüdische Frauen aus ganz Deutschland und aus Osteuropa als Lungenheilstätte diente. Dabei wird an das Leben im Sanatorium, die damaligen Patientinnen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an die Deportation im September 1942 erinnert.
Eine Gedenktafel vor dem Haus für Adelheid von Rothschild (1853-1935) würdigt die Stifterin des Sanatoriums.
Erinnert wird auch an das Schicksal des jüdischen Fotografen Wolf Schmuel Borowitzky, der in Nordrach bis 1938 einen florierenden Postkartenverlag unterhielt.
Ein kurzer Rückblick auf die nationalsozialistische Zeit in Nordrach ist mit der Frage verbunden, wie sich das Verhältnis zwischen der Bevölkerung in Nordrach und dem jüdischen Sanatorium mit den Patientinnen nach der Gleichschaltung verändert hat. Es ist zu fragen, welche Rolle die nationalsozialistische Gemeindepolitik spielte.
Schon kurz nach der Eröffnung des Sanatoriums wurde, etwa 1 1/2 km vom Haus entfernt, auf einer Lichtung im Wald ein jüdischer Friedhof für solche Patientinnen angelegt, die infolge ihrer Krankheit in Nordrach verstorben waren und nicht in ihre Heimat überführt werden konnten. 1907 fand die erste Beerdigung statt. Auf dem Friedhof sind 30 Grabsteine und eine einfache Ziegelsteinhütte, die wahrscheinlich rituellen Zwecken diente, zu sehen.
Wir laden zu dieser Führung, die etwa 2 Stunden dauern wird, ein und freuen uns auf Ihren Besuch.
Historischer Verein Mittelbaden - Mitgliedergruppe Nordrach
Vorsitzender:
Tel: 07838 96969
Weitere Informationen zur Veranstaltung:
Egbert Hoferer 07838 929 / Rolf Oswald 07838 1391




